von Diane Tausch 21. August 2026
Longevity – geistig beweglich bleiben Warum es sich lohnt, auch nach dem Berufsleben neugierig zu bleiben Was machen wir eigentlich mit all den zusätzlichen Lebensjahren, die uns heute häufig nach dem Berufsleben zur Verfügung stehen? Der Begriff Longevity begegnet uns inzwischen immer häufiger. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie wir möglichst lange leben, sondern auch darum, wie wir die kommenden Jahre aktiv, selbstbestimmt und mit Lebensfreude gestalten können. Beim Thema Longevity denken viele zunächst an körperliche Bewegung, ausgewogene Ernährung, guten Schlaf und einen gesunden Lebensstil. Doch zu einem aktiven Leben gehört auch, geistig neugierig und offen für Neues zu bleiben. Ein neuer Alltag – neue Möglichkeiten Über viele Jahre fordert uns der Berufsalltag ganz selbstverständlich: Wir organisieren, planen, treffen Entscheidungen, reagieren auf unerwartete Situationen, lernen Neues und müssen oft mehrere Dinge gleichzeitig im Blick behalten. Wenn diese Lebensphase endet oder sich verändert, entstehen neue Freiräume. Endlich ist vielleicht mehr Zeit für Reisen, Familie und Freunde, kreative Interessen oder Dinge, die lange zu kurz gekommen sind. Gleichzeitig verändern sich die gewohnten Anforderungen an Aufmerksamkeit, Reaktion und Konzentration. Das bietet die Chance, ganz neue Herausforderungen zu entdecken. Eine neue Sprache lernen, ein Instrument spielen, tanzen, kreativ sein oder ungewohnte Bewegungsabläufe ausprobieren – es gibt viele Möglichkeiten, aus vertrauten Routinen herauszukommen. Dabei muss es gar nicht darum gehen, etwas besonders gut zu können. Manchmal liegt gerade im Neuen und Ungewohnten der besondere Reiz. Wenn Kopf und Körper gemeinsam gefordert sind Besonders interessant wird es, wenn Denken und Bewegung gleichzeitig gefragt sind. Was passiert, wenn die rechte Hand etwas anderes macht als die linke? Wenn eine Bewegung einem Rhythmus folgen soll? Wenn auf ein bestimmtes Signal reagiert oder plötzlich die Bewegungsrichtung gewechselt wird? Was zunächst einfach klingt, kann überraschend herausfordernd sein. Bei solchen spielerischen Aufgaben treffen Aufmerksamkeit, Reaktion, Rhythmus, Koordination und Bewegung aufeinander. Gewohnte Abläufe werden verlassen und Kopf und Körper bekommen neue Impulse. Und wenn eine Übung nicht auf Anhieb klappt? Dann wird noch einmal ausprobiert – und vielleicht auch gemeinsam darüber gelacht. Geistig aktiv – aber bitte ohne Leistungsdruck Geistige Aktivität muss kein weiteres Optimierungsprogramm werden. Gerade nach vielen Jahren eines oft durchgetakteten Berufs- und Familienlebens darf eine neue Lebensphase auch die Freiheit bieten, Dinge einfach deshalb auszuprobieren, weil sie Freude machen. Wir müssen nicht mehr alles können oder beweisen. Aber wir können neugierig bleiben. Neue Erfahrungen sammeln. Gewohnheiten verändern. Uns bewegen. Gemeinsam lachen. Etwas ausprobieren, das zunächst ungewohnt erscheint. Vielleicht gehört genau das zum Gedanken der Longevity: die vor uns liegenden Jahre wach, interessiert und mit Freude am Leben zu gestalten. Lust bekommen, es selbst auszuprobieren? Im Herbst startet in Bonn mein neuer dreiteiliger Kurs: Longevity – geistig beweglich bleiben Aktives Gehirn durch Rhythmus & Koordination In einer kleinen Gruppe verbinden wir spielerisch Rhythmus, Koordination, Bewegung, Aufmerksamkeit und Reaktion – ohne Leistungsdruck. Keine Vorkenntnisse und keine besondere körperliche Fitness erforderlich. Weitere Informationen zum Kurs: 
von Diane Tausch 17. August 2026
Manchmal braucht es gar keine große Veränderung. Keine lange Reise, keinen freien Tag und auch kein aufwendiges Entspannungsprogramm. Es reichen oft ein paar Minuten, in denen wir bewusst aus dem Alltag aussteigen. Ein kleiner Zwischenstopp. Gerade wenn viele Gedanken gleichzeitig im Kopf sind, Termine anstehen oder wir ständig mit neuen Informationen beschäftigt sind, können solche kurzen Pausen wohltuend sein. Sie geben uns die Möglichkeit, für einen Moment langsamer zu werden und die Aufmerksamkeit wieder auf uns selbst zu richten. Kleine Pausen dürfen einfach sein Eine Auszeit muss nicht perfekt vorbereitet sein. Vielleicht ist es eine Tasse Tee am offenen Fenster. Ein paar bewusste Atemzüge. Ein Lied, das wir gerne hören. Einige Minuten mit Stift und Papier. Oder wir nehmen Farben zur Hand und beginnen einfach zu malen. Dabei geht es nicht darum, etwas besonders Schönes zu erschaffen. Es geht um den Moment selbst. Wenn wir malen oder ausmalen, richten wir unsere Aufmerksamkeit auf Formen, Linien und Farben. Die Gedanken dürfen dabei für eine Weile in den Hintergrund treten. Ähnlich kann es beim Schreiben sein: Ein einziger Satz oder eine kleine Frage kann genügen, um innezuhalten und wahrzunehmen, was uns gerade beschäftigt. Musik kann einen Zwischenstopp begleiten Auch Musik kann eine kleine Auszeit unterstützen. Manchmal genügt es schon, ein vertrautes Musikstück bewusst anzuhören. Wir können aber auch selbst einen Ton summen, eine einfache Melodie singen oder für einen Moment nur den Klängen um uns herum zuhören. Dabei muss nichts geleistet werden. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Vielleicht entsteht gerade dadurch ein Moment, in dem wir wieder etwas mehr bei uns selbst ankommen. Was brauche ich gerade? Diese einfache Frage stellen wir uns im Alltag erstaunlich selten. Was brauche ich gerade? Ruhe? Bewegung? Einen Moment für mich? Etwas Leichtigkeit? Vielleicht auch einfach fünf Minuten, in denen niemand etwas von mir möchte? Wir müssen nicht immer sofort eine Antwort darauf haben. Manchmal reicht es, die Frage überhaupt zuzulassen. Ein kleiner Zwischenstopp für heute Vielleicht möchtest du dir heute einmal ganz bewusst einige Minuten schenken: Lege das Handy zur Seite. Setze dich an einen Ort, an dem du dich wohlfühlst. Atme einige Male ruhig ein und aus. Vielleicht nimmst du Papier und Farben zur Hand, hörst ein Musikstück oder schreibst einfach einen Gedanken auf. Und dann frage dich: Was würde mir jetzt guttun? Mehr braucht dieser kleine Zwischenstopp vielleicht gar nicht. Aus diesen Gedanken entsteht gerade etwas Neues Die Idee solcher kleinen Ruheinseln beschäftigt mich schon länger. Daraus entsteht zurzeit mein neues Buch: „Zwischenstopp für mich – 35 kleine Auszeiten zum Ausmalen, Nachdenken und Auftanken  Es verbindet Ausmalbilder mit kleinen Impulsen, Gedanken und Möglichkeiten, selbst etwas aufzuschreiben. Auch Musik und Klang bekommen darin ihren Platz – nicht als Aufgabe, sondern als Einladung, auf eine ganz persönliche Weise innezuhalten. Das Buch befindet sich momentan noch in der Entstehung. In den nächsten Wochen werde ich hier im Blog immer wieder kleine Einblicke geben und Gedanken rund um Auszeiten, Ausmalen, Musik und bewusste Momente im Alltag teilen. Vielleicht ist ja auch für dich der eine oder andere kleine Zwischenstopp dabei.
von Diane Tausch 26. Juli 2026
Wenn Worte verschwinden, bleibt oft die Musik Meine Erfahrungen aus der Singarbeit mit Menschen mit Demenz Manchmal sind es die stillen Momente, die am meisten bewegen. Seit mehreren Jahren begleite ich regelmäßig Singgruppen in einer gerontopsychiatrischen Klinik. Dort begegne ich Menschen mit Demenz, Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Jede Stunde erinnert mich daran, wie tief Musik den Menschen erreichen kann – selbst dann, wenn Sprache oder Erinnerungen bereits nachlassen. Immer wieder erlebe ich etwas Erstaunliches: Eine Teilnehmerin sitzt zunächst still da und wirkt in sich versunken. Auf Fragen antwortet sie kaum. Doch sobald die ersten Töne eines bekannten Liedes erklingen, beginnt sie leise mitzusingen. Wenige Minuten später lächelt sie, schaut die anderen an oder summt die Melodie mit geschlossenen Augen. Es sind diese Augenblicke, die zeigen, welche Kraft Musik besitzt. Musik erreicht Bereiche, die lange erhalten bleiben Bei einer Demenzerkrankung gehen viele Fähigkeiten nach und nach verloren. Namen werden vergessen, Gespräche fallen schwer, der Alltag wird zunehmend herausfordernd. Musikalische Erinnerungen bleiben jedoch häufig erstaunlich lange erhalten. Lieder aus der Jugend oder dem frühen Erwachsenenalter sind oft tief im Gedächtnis verankert. Schon die ersten Takte genügen, um Erinnerungen, Gefühle und vertraute Bilder wachzurufen. Dabei geht es nicht darum, perfekt zu singen. Es geht darum, gemeinsam etwas zu erleben. Singen verbindet In meinen Gruppen entsteht oft eine besondere Atmosphäre. Menschen, die sich vorher kaum wahrgenommen haben, beginnen gemeinsam zu singen, zu lächeln oder den Rhythmus mit den Händen zu begleiten. Für einen Moment treten die Krankheit und ihre Einschränkungen in den Hintergrund. Musik schafft Gemeinschaft. Sie vermittelt Geborgenheit, schenkt Struktur und gibt vielen Menschen das Gefühl: Ich gehöre dazu. Gefühle brauchen keine Worte Nicht jeder Mensch kann noch erzählen, was ihn bewegt. Doch Musik eröffnet einen anderen Zugang. Ein Lied kann Trost schenken. Es kann Erinnerungen an glückliche Zeiten wecken oder einfach für einige Minuten Leichtigkeit in den Alltag bringen. Ich habe erlebt, wie Tränen flossen – nicht aus Traurigkeit, sondern weil ein vertrautes Lied tief berührte. Ebenso habe ich erlebt, wie Menschen herzlich lachten oder plötzlich wieder mit erstaunlicher Klarheit mitsangen. Diese Momente lassen sich nicht planen. Sie entstehen einfach. Mehr als Unterhaltung Singen ist weit mehr als eine schöne Beschäftigung. Es fördert die Atmung, aktiviert Aufmerksamkeit und Konzentration, unterstützt Sprache und Bewegung und stärkt soziale Kontakte. Vor allem aber spricht es den ganzen Menschen an – mit seinen Erinnerungen, Gefühlen und Ressourcen. Deshalb steht für mich nicht die musikalische Leistung im Mittelpunkt. Entscheidend ist, dass sich jeder willkommen fühlt und ohne Leistungsdruck teilnehmen kann. Jeder Mensch trägt seine Melodie in sich Gerade Menschen mit Demenz zeigen mir immer wieder, dass Fähigkeiten nicht einfach verschwinden. Oft verändern sie sich lediglich. Ich bin immer wieder erstaunt, dass diese Teilnehmer:innen oft alle Strophen eines Liedes auswendig können, auch wenn das Erlernte Jahrzehnte zurück liegt. Wenn wir gemeinsam singen, entsteht ein Raum, in dem nicht Defizite zählen, sondern das, was noch möglich ist. Ein Raum voller Begegnungen. Voller Erinnerungen. Und manchmal voller kleiner Wunder. Mein Fazit Jede Singstunde in der Klinik bestätigt mir aufs Neue, warum Musik ein so wertvoller Begleiter sein kann. Singen schenkt Lebensfreude, stärkt das Miteinander und erreicht oft genau die Menschen, die mit Worten kaum noch erreichbar sind. Vielleicht ist das das größte Geschenk der Musik: Sie erinnert uns daran, dass hinter jeder Demenz immer ein Mensch mit einer Geschichte, mit Gefühlen und mit einem Herzen lebt. Denn das Herz wird nicht dement.
von Diane Tausch 7. März 2026
Warum Rhythmus, Bewegung und einfache Instrumente oft mehr bewirken als viele Worte
von Diane Tausch 17. Februar 2026
Wenn der vertraute Rahmen entscheidend ist – Musiktherapie im häuslichen Umfeld
von Diane Tausch 11. Januar 2026
Sanfte Impulse im Alltag: Wenn Gefühle Unterstützung brauchen Nicht jede emotionale Herausforderung braucht eine große Lösung. Oft braucht sie Aufmerksamkeit, Zeit – und einen sicheren Rahmen. Gerade im Alltag von Kindern, Eltern, Pflegekräften oder Menschen in belastenden Lebensphasen entsteht emotionale Überforderung leise. Sie zeigt sich nicht immer in Worten. Gefühle wollen nicht repariert werden Viele Menschen glauben, sie müssten Gefühle „in den Griff bekommen“. Doch Gefühle lassen sich nicht steuern – sie wollen wahrgenommen werden. Sanfte Impulse können dabei helfen: innehalten benennen, was da ist sich selbst nicht überfordern Bachblüten als Reflexionshilfe Bachblüten nutze ich hier nicht mit dem Anspruch, etwas zu verändern. Sondern als Begleiter , die zur inneren Klärung beitragen können. Sie ersetzen kein Gespräch, keine Beziehung, keine Erfahrung – aber sie können unterstützen, wenn Worte fehlen oder alles zu viel ist. Die Verbindung zur Musik Musik und sanfte Impulse wirken auf ähnlicher Ebene: sie sind nicht erklärend sie sind nicht fordernd sie sprechen das emotionale Erleben direkt an Gerade deshalb lassen sie sich gut kombinieren – im Alltag, in pädagogischen Kontexten oder in der Begleitung von Menschen mit besonderen Belastungen. Kleine Schritte reichen Es braucht keine ständige Selbstoptimierung. Manchmal reicht ein Moment der Ruhe. Ein Klang. Ein Impuls. Und die Erlaubnis, nicht funk t ionieren zu müssen . Ein interessantes Buch zu diesem Thema:  Bachblüten für gestresste Eltern
von Diane Tausch 8. Januar 2026
Cool bleiben im Familienalltag – sanfte Impulse für gestresste Eltern „Cool bleiben“ ist für viele Eltern kein Erziehungsziel, sondern ein Überlebenswunsch. Zwischen Morgenstress, To-do-Listen, Konflikten und wenig Schlaf bleibt oft kaum Raum, um selbst zur Ruhe zu kommen. Was viele Eltern dabei übersehen: Es geht nicht um fehlende Gelassenheit – sondern um chronische Überforderung. Warum Eltern so schnell aus der Ruhe geraten Im Familienalltag laufen viele Anforderungen gleichzeitig: Verantwortung für andere wenig echte Pausen ständige Entscheidungen emotionale Nähe ohne Rückzugsmöglichkeiten Wenn diese Belastung anhält, reagiert der Körper schneller, als der Kopf es möchte. Dann reicht ein kleiner Auslöser – und die innere Spannung entlädt sich. Das ist kein persönliches Versagen. Es ist ein Zeichen von Überlastung . Entlastung beginnt nicht im Konfliktmoment Viele Eltern suchen Lösungen für den Moment, in dem es eskaliert. Doch Cool bleiben entsteht nicht mitten im Streit, sondern davor und danach. Hilfreich sind kurze, alltagstaugliche Impulse, die: das Nervensystem beruhigen keinen zusätzlichen Aufwand bedeuten unabhängig von der Reaktion des Kindes funktionieren Kleine Rituale, die den Alltag weicher machen Im Familienalltag können das ganz einfache Dinge sein: ein ruhiger musikalischer Moment am Abend Summen oder leises Hören, ohne etwas „zu machen“ eine bewusste Pause nach einem Konflikt, bevor es weitergeht Musik dient hier nicht als Methode, sondern als Unterbrechung des Daueranspannungsmodus. Bachblüten als Begleitung in belastenden Phasen Manche Eltern empfinden es als hilfreich, in Zeiten von Dauerstress zusätzliche Unterstützung zu nutzen. Bachblüten können dabei begleitend eingesetzt werden – nicht als Lösung, sondern als sanfter Impuls zur Selbstwahrnehmung. Sie stehen nicht im Vordergrund des Alltags, sondern begleiten Phasen, in denen: Erschöpfung dominiert innere Unruhe kaum abnimmt das Gefühl entsteht, ständig funktionieren zu müssen Entscheidend ist dabei immer der Rahmen: Aufmerksamkeit, Pausen, Entlastung. Cool bleiben heißt nicht: immer ruhig sein Gelassenheit im Familienalltag bedeutet nicht, keine Fehler zu machen. Sie bedeutet, sich selbst ernst zu nehmen, bevor alles zu viel wird. Manchmal ist cool bleiben: rechtzeitig langsamer werden Hilfe annehmen den Anspruch an sich selbst senken Nicht Perfektion schafft Ruhe – sondern Selbstmitgefühl . Ein Alltag, der tragen darf Eltern brauchen keine weiteren Tipps, wie sie besser funktionieren. Sie brauchen einen Alltag, der sie nicht dauerhaft überfordert. Ein interessantes Buch zu diesem Thema : Bachblüten für gestresste Eltern
von Diane Tausch 8. Januar 2026
Wenn Musik nicht sofort wirkt – sanfte Impulse für emotionale Balance Musik kann viel. Sie öffnet Räume, berührt Gefühle, schafft Verbindung – oft ganz ohne Worte. Und doch gibt es Momente, in denen Musik nicht sofort erreicht, was wir uns wünschen. Gerade bei Menschen, die innerlich angespannt, überfordert oder sehr zurückgezogen sind, zeigt sich das deutlich: Der Klang ist da – aber er kommt nicht richtig an. Musik braucht innere Sicherheit Musik wirkt am besten, wenn ein Mindestmaß an innerer Stabilität vorhanden ist. Fehlt diese, kann selbst ein sanftes Lied zu viel sein – oder schlicht vorbeigehen. Das ist kein Scheitern der Musik. Es ist ein Hinweis darauf, dass der Mensch zuerst Halt braucht. Sanfte Impulse als Ergänzung In solchen Momenten arbeite ich mit kleinen, nicht-invasiven Impulsen, die keine Leistung verlangen: ein kurzer Moment der Stille eine bewusste Wahrnehmung des Atems ein einfaches Ritual oder eine feine emotionale Unterstützung wie Bachblüten Nicht als Therapie, sondern als Einladung zur Selbstwahrnehmung. Diese Impulse schaffen oft erst den Boden, auf dem Musik wieder wirken kann. Bachblüten – nicht als Lösung, sondern als Begleitung Bachblüten verstehe ich nicht als Heilmittel, sondern als feine Resonanzangebote. Sie können helfen, innere Zustände wahrzunehmen, ohne sie wegmachen zu wollen. Gerade bei: innerer Unruhe Ängsten Überforderung emotionalem Rückzug können sie begleitend stabilisieren – parallel zur musikalischen Arbeit oder auch im Alltag. Musik bleibt der Kern Wichtig ist mir dabei immer: Die Musik bleibt das Herzstück. Die sanften Impulse stehen nicht im Vordergrund , sondern unterstützen den Prozess. Manchmal braucht es erst Sicherheit – dann öffnet sich auch der Klang. Ein interessantes Buch zu diesem Thema: Bachblüten für gestresste Eltern
von Diane Tausch 6. September 2025
Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und belasten nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihr gesamtes Umfeld. Neben ärztlicher und therapeutischer Behandlung suchen viele Menschen nach begleitenden Wegen, um den Alltag leichter zu bewältigen. Eine einfache, aber erstaunlich wirkungsvolle Möglichkeit ist das gemeinsame Singen. Singen berührt Körper und Seele Wenn wir singen, geschieht im Körper etwas Besonderes: Tiefere Atmung versorgt den Körper besser mit Sauerstoff und entspannt. Hormone wie Endorphine und Oxytocin werden ausgeschüttet, die für Wohlbefinden und Verbundenheit sorgen. Der Stresshormonspiegel sinkt messbar. Rhythmus und Melodie helfen, Gedanken zur Ruhe zu bringen. Gerade bei Depressionen, die oft mit innerer Leere und Antriebslosigkeit verbunden sind, kann Singen ein wichtiger Impuls sein, um wieder mehr Lebendigkeit zu spüren. Einblicke aus meiner Arbeit in der Klinik Seit über einem Jahr leite ich Singstunden in einer gerontopsychiatrischen Klinik. Viele der Teilnehmer:innen kämpfen mit Depressionen. Schon wenn ich den Raum betrete, sitzen die Patient:innen meist im Kreis und warten auf die Stunde. Besonders bei neuen Teilnehmer:innen höre ich fast immer den Satz: „Ich kann nicht singen.“ Dann lade ich sie ein, sich einfach dazu zu setzen und erst einmal zuzuhören oder einfach zu summen. Fast jedes Mal beobachte ich, dass sie im Laufe der Stunde doch zu singen beginnen. Am Ende bedanken sich viele und sagen, wie gut es ihnen getan hat: „Es war eine Stunde Ablenkung.“ „Endlich war das Grübeln mal weg.“ „Ich fühle mich leichter.“ Diese Momente zeigen mir: Musik erreicht Menschen dort, wo Worte oft nicht mehr tragen. Welche Lieder eignen sich? Wichtig ist nicht die Perfektion, sondern die Freude am Tun. Besonders geeignet sind: Bekannte Volkslieder (z. B. Kein schöner Land, Die Gedanken sind frei.....), Jahreszeitenlieder (Grüß Gott du schöner Maien, Bunt sind schon die Wälder...) Einfache Kanons (Froh zu sein bedarf es wenig, Bruder Jakob...) Klassiker der 60er/70er Jahre (z. B. Über den Wolken, Let it be...) Lieder mit positiven Botschaften (You are my sunshine) Ich spiele zur Begleitung oft die Ukulele oder verwende kleine Percussion-Instrumente. Sie sind leicht zu spielen und schaffen eine warme Atmosphäre. Tipps für Angehörige und Pflegekräfte Mut zur Einfachheit: Schon gemeinsames Summen kann eine positive Wirkung haben. Regelmäßigkeit: Ein festes Singritual – z. B. wöchentlich – gibt Sicherheit und Vorfreude. Individuelle Wünsche einbeziehen: Fragen Sie nach Lieblingsliedern aus der Jugendzeit. Instrumente einbauen: Eine kleine Ukulele, Gitarre oder eine Zungentrommel kann das Erlebnis bereichern. Mein Ausblick Ich möchte in Zukunft auch Fortbildungen für Pflegekräfte und Einrichtungen anbieten, um zu zeigen, wie Musik und gemeinsames Singen den Alltag in der Pflege erleichtern können. Mich interessiert: Wie erleben Sie die Wirkung von Musik im Umgang mit Menschen, die an Depressionen leiden? Schreiben Sie mir gerne Ihre Erfahrungen. info@buehne-frei.net
Die Tischharfe
von Diane Tausch 1. Juli 2025
Wenn ein einziger Ton genügt, um Frieden zu schenken...
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